Nationale Versorgungsleitlinie Chronische KHK: Was ist neu?

Nationale Versorgungsleitlinie Chronische KHK: Was ist neu?

https://www.leitlinien.de/nvl/khk
Wichtige Änderungen im Vergleich zur 4. Auflage

Individuelle Therapieziele und Selbstmanagement
Patienten haben eine aktive Rolle bei der Gestaltung ihrer Therapie. Sie sollen ermutigt werden, individuelle Therapieziele zu formulieren. Durch Beratung und verständliche Information sollen sie im Selbstmanagement und bei Entscheidungen unterstützt werden. Dafür bietet die NVL spezielle Entscheidungshilfen an, die Ärzte ihren Patienten unterstützend aushändigen können.
https://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/khk/ph/khk-5-aufl-pi-entscheidungen-gemeinsam-besprechen.pdf

Gewichtsstabilisierung
Es ist nicht belegt, dass Patienten mit einem BMI kleiner gleich 30 durch eine Gewichtsreduktion ihre Prognose verbessern. Die NVL empfiehlt daher lediglich, eine Gewichtszunahme zu vermeiden. Davon unberührt ist die Empfehlung zu regelmäßigem Training. Denn inaktive Patienten haben unabhängig von ihrem BMI ein höheres kardiovaskuläres Risiko.

Duale Therapie nach elektiver PCI
Patienten, bei denen eine orale Antikoagulation indiziert ist, wird nach elektiver PCI eine duale Therapie aus oraler Antikoagulation und einem Thrombozytenaggregationshemmer empfohlen. Bei einzelnen Patienten mit hohem ischämischem Risiko kann zusätzlich ASS erwogen werden (Triple Therapie).

Zurückhaltend: Ezetemib und PCSK9-Inhibitoren
Zum Einsatz von Ezetemib und PCSK9-Hemmern äußert sich die NVL zurückhaltend. Für ausgewählte Patientengruppen können sie eine Option darstellen. Im Unterschied zu Statinen ist für diese Medikamente keine Reduktion der kardiovaskulären Mortalität und Gesamtmortalität belegt.

ACE-Hemmer, Sartane, Aldosteronantagonisten und Betablocker
Eine KHK ist keine eigenständige Indikation für ACE-Hemmer, Sartane oder Aldosteronantagonisten. Liegt keine anderweitige Indikation vor, sollte ein Jahr nach Myokardinfarkt die weitere Gabe von Betablockern bzw. das Absetzen reevaluiert werden.

Rehabilitation
Eine Rehabilitation wird allen Patienten nach ST-Hebungsinfarkt (STEMI), Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI) und koronarer Bypass-Operation empfohlen. Der Übergang vom Krankenhaus in eine Rehabilitationseinrichtung sollte bei unkompliziertem Verlauf bereits nach wenigen Tagen erfolgen.

Fazit:

Das Adipositasparadox: BMI unter 30 müssen nicht abnehmen. Sie sollten möglichst nicht zunehmen. Patienten mit höhergradiger KHK profitieren möglicherweise auch vom Übergewicht.
Duale Therapie – keine Trippeltherapie, weil wesentlich geringeres Blutungsrisiko
Zum Einsatz von Ezetemib und PCSK9-Hemmern äußert sich die NVL zurückhaltend. Für ausgewählte Patientengruppen können sie eine Option darstellen. Es ist keine Reduktion der kardiovaskulären Mortalität und Gesamtmortalität belegt.
Eine KHK ist keine eigenständige Indikation für ACE-Hemmer, Sartane oder Aldosteronantagonisten. Auch die Gabe von Betablockern sollte reevaluiert werden.

Fazit Regen:

Gewicht: Bis BMI 30 keine weitere Gewichtsreduktion erzwingen. Dafür aber Bewegung empfehlen!
Keine Trippel-Therapie bei PCI und VHF. Nur orale Antikoagulation und Clopidrogel.
Bei KHK (ohne weitere Risikofaktoren) nach einem Jahr die Indikation für den Betablocker überprüfen.

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