Realistischer Effekt von Sacubitril/Valsartan (Entresto) bei Patienten mit Herzinsuffizienz

Realistischer Effekt von Sacubitril/Valsartan (Entresto) bei Patienten mit Herzinsuffizienz

Effects of Sacubitril/Valsartan on Biomarkers of Extracellular Matrix Regulation in Patients With HFrEF.

J Am Coll Cardiol. 2019 Feb 26;73(7):795-806. doi: 10.1016/j.jacc.2018.11.042.

Hintergrund: Myokardiale Fibrose ist ein wichtiger Mechanismus bei der Entstehung von Herzinsuffizienz. Aufgrund der Wirkweise von Sacubitril/Valsartan wurde angenommen, dass die Biomarker, die eine Veränderung in der Homöostase des extrazellulären Matrix (ECM) zeigen (inkl. Kollagenproduktion, – verarbeitung und – abbau), sind durch Sacubitril/Valsartan anders als durch Enalapril geändert.

Ziele: Untersuchung der Wirkung von Sacubitril/Valsartan an den Biomarkern von der ECM Homöostase. Feststellung einen Zusammenhang zwischen diesen Markern und dem primären kombinierten Endpunkt (CV Tod und HI Hospitalisierung).

Methode: In dieser Studie nahm ein Teil der untersuchten Patienten von der PARADIGM-HF Studie teil. Biomarker am Anfang (n = 2,067) bzw. am Anfang und 8 Mon. nach Randomisierung (n = 1,776) wurden gemessen. Diese beinhalteten Aldosteron, soluble ST2 (sST2), tissue inhibitor of matrix metalloproteinase (TIMP)-1, matrix metalloproteinase (MMP)-2, MMP-9, Galectin-3 (Gal-3), N-terminal propeptide of collagen I (PINP), und N-terminal propeptide of collagen III (PIIINP). Die Wirkung von Sacubitril/Valsartan wurde mit der vom Enalapril verglichen. Ausgangswerte und deren Veränderung nach 8 Mon. wurden zu dem primären Endpunkt zugeordnet.

Ergebnisse: Am Anfang, die profibrotischen Biomarker Aldosteron, sST2, TIMP-1, Gal-3, PINP, und PIIINP waren höher, und Biomarker assoziiert mit Kollagendegradation, MMP-2 und -9, waren niedriger als die bis jetzt bekannten Referenzwerte. 8 Mon. nach Randomisierung, verringerten sich Aldosterone, sST2, TIMP-1, MMP-9, PINP, und PIIINP mehr in der Sacubitril/Valsartan- als in der Enalaprilgruppe. Anfänglich höhere Werte von sST-2, TIMP-1, und PIIINP waren mit schlechteren primären Endpunktraten assoziiert. Das Ausmaß der Veränderung von sST-2 und TIMP-1 in den 8 Monaten beeinflusste den Endpunkt.

Konklusion: Die mit profibrotischen Signalwegen verbundenen Biomarker sind bei HFrEF (HI mit red. EF) verändert. Sacubitril/Valsartan reduziert mehrere von denen. Diese Marker haben einen wichtigen prognostischen Wert. Diese Findungen deuten darauf, dass Sacubitril/Valsartan profibrotische Prozesse vermindern könnte, das zu verbessertem Outcome führen kann.

Fazit:

Die Studie selber ist offensichtlich nicht ganz korrekt durchgeführt (pharmagetriggert auch Patienten mit geringer Herzinsuffizienz). Es bleiben sehr viele Fragen. Roman erarbeitet hier eine Stellungnahme für das nächste Mal.
Bei NYHA 4 kann man nicht viel verkehrt machen. Nebenwirkung Hypotonie ist wirklich bedrohlich und sollte engmaschig überprüft wird. Langsam aufdosieren.
Für uns ist es sicher nicht das Mittel der ersten Wahl. Wir sollten extrem zurückhaltend sein und sie kritisch einsetzen.

Fazit Regen:

Grundsätzlich ein interessantes Medikament. Bei schwerkranken Herzpatienten ein Second-Line-Medikament. Die massive Hypotonie und drohende Synkopen müssen ernsthaft bedacht werden.
Eine Ersteinstellung in der Praxis ist zur Zeit sicher noch nicht empfehlenswert.
Nierenwerte im Auge behalten – die Retentionswerte können ansteigen.

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