Sekundärprävention mit Statinen im hohen Lebensalter

Sekundärprävention mit Statinen im hohen Lebensalter

Arzneitelegramm

Die Daten aus randomisierten kontrollierten Studien zur Sekundärprävention sprechen nicht für einen Rückgang der Effektivität von Statinen im Alter. Das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen nimmt jedoch mit dem Alter zu. Alter allein sollte daher unseres Erachtens kein Grund sein, Statine bei Patienten mit manifesten atherosklerotischen Erkrankungen abzusetzen oder nicht neu zu verordnen.
Der Gesundheitszustand von Alterspatienten ist sehr heterogen. Auch 85-Jährige können sehr robust sein. Im Mittel haben sie heute in Deutschland eine Lebenserwartung von fünf bis sechs Jahren.
Bei der Verordnung von Statinen im hohen Lebensalter sollten der Gesundheitszustand insgesamt sowie die zu erwartende restliche Lebensspanne berücksichtigt und wenn immer möglich die Patienten in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Auf unerwünschte Effekte oder mögliche Interaktionen ist zudem besonders zu achten.

 

Fazit ÄiW:

Bislang sind wir davon ausgegangen, dass auch in der Sekundärprävention die Gabe von Statinen bei über 80jährigen nicht unbedingt mehr notwendig ist.

Fazit Regen:

Primär- und Sekundärprävention muss getrennt werden.
Trotzdem sollte man bei älteren Patienten alle Medikamente auf den Prüfstand stellen, auch die Statine.
Einzelne Medikamente können auch im hohen Alter noch einen sekundärpräventiven Wert haben.

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