Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen (CVD) bei LAMA und LABA Therapie

Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen (CVD) bei LAMA und LABA Therapie

McMaster
Wang MT, Liou JT, Lin CW, et al.

Association of Cardiovascular Risk With Inhaled Long-Acting Bronchodilators in Patients With Chronic Obstructive Pulmonary Disease: A Nested Case-Control Study.

JAMA Intern Med. 2018 Jan 2. pii: 2666790. doi: 10.1001/jamainternmed.2017.7720.   (Original)

Ziel: Untersuchung das Risiko von kardiovask.  Erkrankungen (CVD) bei LAMA und LABA Therapie mit besonderem Augenmerk an ihrem Zeitpunkt der Initialisierung und Therapiedauer.

Design, Setting, und Teilnehmer:  284.220 LABA-LAMA-naïve Patienten mit COPD,  mind. 40 J alt (durchschn. 71.4 J; 68.9% männlich), ausgesucht vom Taiwan National Health Insurance Research Database zw. 2007 und 2011.

Exposure: Der Dauer vom LABA oder LAMA Gebrauch  wurde vor dem CV Event gemessen.

Main Outcomes and Measures:  Hospitalisierung (amb. oder stat.) wg.  KHK, Herzinsuff., ischäm. Stroke, Arrhythmie.

Results: Während einem durchschnittlichen  Follow-up von 2.0 J, 37.719 Patienten mit CVD (Durchschnittsalter 75.6 years; 71.6% männlich) und 146.139 Kontrollpersonen (Durchschnittsalter 75.2 J; 70.1% männlich) wurden einbezogen. Neuer LABA und LAMA Gebrauch in COPD war innerhalb von 30 Tagen nach Therapiebeginn mit einem 1.50-mal (95% CI, 1.35-1.67; P < .001) und einem 1.52-mal (95% CI, 1.28-1.80; P < .001) größeren CV Risiko assoziiert. Das Risiko war nicht erhöht beim längeren  Gebrauch. Die Risikoerhöhung war unabhängig vom Wirkstoff bei LABAs, der Dosierung von LAMA oder Therapieregime des COPD.

Conclusions and Relevance: Das Ansetzen von neuer LAMA und LABA Medikation bei COPDlern bedeutet ein 1.5x Risiko bzgl. CV Erkrankung in den ersten 30 Tagen, unabhängig von der früheren CV Anamnese oder früheren Exazerbationen.

Vor kurzem vorgestellten Studie:

Brook RD, Anderson JA, Calverley PM, et al. Cardiovascular outcomes with an inhaled beta2-agonist/corticosteroid in patients with COPD at high cardiovascular risk. Heart. 2017 Oct;103(19):1536-1542. doi: 10.1136/heartjnl-2016-310897. Epub 2017 Apr 17.(Original)

Kardiovaskuläre Erkrankungen gehen oft Hand in Hand mit COPD.  Die SUMMIT Studie untersuchte  16485 Patienten mit moderatem COPD mit hohem kardiovaskulärem Risiko oder mit schwerem kardiovask. Erkrankung.

4 Gruppen: 1. Plazebo, 2. LABA 1xtgl., 3.. ICS 1xtgl., 4. LABA+ICS 1xtgl.

Ergebnis: LABA und ICS verschlechterten das Outcome bzgl. CVD oder der daraus resultierenden Mortalität nicht.

Fazit:

Das Ansetzen von neuer LAMA und LABA Medikation bei COPDlern bedeutet ein 1.5x Risiko bzgl. CV Erkrankung in den ersten 30 Tagen, unabhängig von der früheren CV Anamnese oder früheren Exazerbationen.

Wir werden aufmerksam sein, Patienten aber nicht aktiv darauf hinweisen.

Fazit Regen:

Könnte man zur Vorbeugung bei Risikopatienten Betablocker zur Prophylaxe geben? Antwort Spezialist: nicht nötig, das Studie nicht aussagekräftig.

Meinung evidenzbasiert arbeitender Spezialist

Die zitierte Publikation ist eine retrospektive Analyse von Versicherungsdatenbanken. DasResumee: Einfach vergessen. Daraus kann man keinerlei Schlüsse ziehen. Die Frage ist nur durch eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie zu beantworten.

In so einer Analyse sind derart viele Confounder drin, dass mann überhaupt nicht sagen kann, warum diese Effekte gemessen werden. Das hatten wir schon so oft. In der folgenden kontrollierten Studie ließen sich solche Behauptungen praktisch nie bestätigen.

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