Krankenhaus und GBA

Uptodate Online

Umfassendes geriatrisches Assessment (CGA) vor elektiver Gefäß-OP

Ältere Patienten, die sich einer Gefäß-OP unterziehen, haben eine hohe Rate an Komorbiditäten, die das Risiko für perioperative Morbidität und Mortalität erhöhen. Eine Studie verglich daher Patienten über 65 Jahren, die sich einem großen elektiven gefäßchirurgischen Eingriff unterzogen, die einmal ein umfassendes geriatrisches Assessment erhielten und einmal eine Standard Prä-OP. Dabei zeigte sich, dass ein umfassendes geriatrisches Assessment die postoperativen Komplikationen reduzierte und die Länge des stationären Aufenthalts verkürzte, mit einem Trend zu weniger Entlassungen in höhere pflegerische Abhängigkeit. Diese Studie zeigt wie wichtig es ist, das medizinische Risiko akkurat vor elektiven Gefäßoperationen bei älteren Patienten zu bestimmen.

Was ist unter umfassendem geriatrischem Assessment zu verstehen?
Uptodate beschreibt es ähnlich wie das in unserer Praxis etablierte geriatrische Assessment. Zum einen empfehlen sie einen Fragebogen, der die medizinische Vorgeschichte (wäre bei uns ja bekannt), aber auch spezifische Fragen zum CGA abfragt. Kernpunkte:

  • Ability to perform functional tasks and need for assistance
  • Fall history
  • Urinary and/or fecal incontinence
  • Pain
  • Sources of social support, particularly family or friends
  • Depressive symptoms
  • Vision or hearing difficulties
  • Whether the patient has specified a durable power of attorney for health care

Während des Assessments selbst, sollen folgende Punkte abgefragt werden:
Leistungsfähigkeit; Sturzrisiko/Ganggeschwindigkeit; Kognition; Stimmung; Polypharmazie; Soziale Unterstützung; Finanzielle Sorgen; Pflegeziele; Wünsche Intensivpflege
Mögliche zusätzliche Faktoren:
Ernährungs-/Gewichtsänderung; Harnkontinenz; Sexuelle Funktion; Sehen/Hören; Gebiss; Wohnsituation; Spiritualität

Intervention group
Patients in the intervention group received comprehensive geriatric assessment and optimization in an outpatient clinic setting. A geographically separate clinic on a different hospital site with entirely different clinic staff was used to minimize contamination bias between the two groups in the single centre. Patients were assessed and optimized according to peer-reviewed protocols based on current evidence, national and hospital guidelines, and expert opinion (examples can be found in Figs S1–S3 and Tables S1 and S2, supporting information). Comprehensive geriatric assessment was delivered by a multidisciplinary team (geriatrician, clinical nurse specialist, social worker, occupational therapist) according to individual patient need. The intervention was documented in an individualized care plan available to all healthcare professionals on the electronic patient record. This care plan provided advice regarding the prevention and management of anticipated postoperative complications, but did not refer to the patient’s involvement in the study.

Postoperative care
In both groups, postoperative care was delivered by surgical teams who were unaware of the patient’s involvement in the study. This routine care involved junior surgical staff and clinical nurse specialists utilizing all electronic clinical documents (including the individualized care plans generated following comprehensive geriatric assessment in the intervention group).

Fazit:

Wir sehen Patienten auch vor größeren Operationen (Einweisung). Wenn ein GBA vorliegt, kann man die Ergebnisse mitgeben und das Klinikteam kann sich entsprechend vorbereiten und handeln. Es lohnt sich offensichtlich, weil das Outcome besser wird.
Vorschlag: MFA macht das GBA bzw. übermittelt ein vorliegendes und bespricht das Ergebnis mit der Pflege (ÜberleitungsmanagerIn) des entsprechenden Krankenhauses.
Wir probieren es mal aus.

Fazit Regen:

Eine Lösung wäre, bei multimorbiden oder anderen schwerwiegenden Erkrankungen und Einschränkungen der Aktivitäten des täglichen Lebens dem KH die relevanten Informationen mitzugeben. Oder bestehende, auch leicht dekompensierte Erkrankungen vorab rekompensieren.
Dies muss zwar unentgeltlich geschehen, würde aber dem Patienten helfen.