Langzeitergebnisse der laparoskopischen Fundoplicatio bei Patienten mit länger bestehender therapiebedürftiger Refluxkrankheit?

Horten-Zentrum

Hintergrund:

Chronische oder immer wieder rezidivierende Beschwerden gastrointestinalen Refluxes können medikamentös oder chirurgisch behandelt werden. Die moderne chirurgische Methode ist die laparaskopische Fundoplicatio. Die Kurzzeiterfolge dieser Operation sind erfolgversprechend, fraglich ist noch der Langzeiteffekt nach Operation. In dieser Arbeit wird über die Fünfjahres- Follow-up Daten einer randomisierten Studie (publiziert im BMJ 2008;337:a2664) berichtet.

Einschlusskriterien:

  • Mindestens ein Jahr Therapie mit einem Protonenpumpeninhibitor wegen Refluxbeschwerden
  • Nachgewiesene gastroösophageale Refluxerkrankung (Endoskopie oder 24 Stunden ph- Monitoring)
  • Für behandelnden Arzt ist unklar ob für den Patienten eine medikamentöse oder chirurgische Therapie besser ist.

Studiendesign und Methode:

Randomisierte Studie; Patienten, die sich nicht randomisieren liessen weil sie eine starke Präferenz für die eine oder andere Methode hatten, wurde die Möglichkeit gegeben, sich in der einen oder anderen Gruppe nach ihrer Wahl behandeln zu lassen. Operiert wurden die Patienten in der chirurgischen Gruppe von einem Chirurgen, der schon mindestens 50 solche Eingriffe durchgeführt hatte

Studienort: 21 Zentren in UK

Interventionen:

  • Gruppe 1: chirurgische Fundoplicatio
  • Gruppe 2: medikamentöse Therapie, den üblichen Guidelines und Empfehlungen folgend.

Outcome:

Primärer Outcome

  • REFLUX Fragebogen; das ist ein validierter Fragebogen, der die Lebensqualität, die Symptome, die Nebenwirkungen der Medikamente und Komplikationen der Operation erfasst

Sekundäre Outcomes

  • Lebensqualität mir SF-36 und Euroquol Eq-5D, Gebrauch von Refluxmedikamenten,

Resultat:

  • Insgesamt wurden 810 Patienten in die Studie eingeschlossen; 357 (178 Operation, 179 medikamentöse Therapie) in die Gruppe, die randomisiert wurde und 453 (261 Operation, 192 medikamentöse Therapie) in die Gruppe, die nicht randomisiert wurde
  • Nach einem Jahr konnten 89% der Patienten nachkontrolliert werden und nach 5 Jahren 69%; 63% der Patienten, die in die chirurgische Gruppe randomisiert wurden tatsächlich auch operiert.
  • Von den 364 Patienten, die operiert wurden, mussten 4.4% reoperiert werden.
  • Medikamentöse Behandlung im Verlauf; nach einem Jahr 90% in der Gruppe, die nicht operiert wurde und 38% in der Gruppe die operiert wurde; nach fünf Jahren 82% in der Gruppe, die nicht operiert wurde und 44% in der Gruppe, die operiert wurde.
  • Reflux-Fragebogen Score; über die ganze Nachbeobachtungsphase war der Score in der operierten Gruppe besser wie in der medikamentös behandelten Gruppe. Je stärker die Symptome zu Beginn der Studie waren, desto grösser war der positive Effekt der Operation. Das gleiche Resultat ergab sich für die Lebensqualität.
  • Chronische Symptome infolge der Operation, Dysphagie und Blähungen, traten sehr selten auf.

Kommentar:

  • Bei Patienten bei denen für die Symptomkontrolle des Refluxes langdauernd Protonenpumpenhemmer verschrieben werden müssen, zeigt die operative Therapie auch fünf Jahre nach der Operation klare Vorteile gegenüber einer alleinigen medikamentösen Therapie.
  • Bei einem nicht kleinen Teil der Patienten müssen zur Symptomlinderung auch nach der Operation Protonenpumpenhemmer verschrieben werden.

Fazit:

Die OP scheint eine gute Alternative zur PPI und H2-Blocker-Therapie zu sein, wenn es jemand macht, der sehr erfahren ist.
Wenn wir Patienten haben, die seit vielen Jahren PPI einnehmen, könnte man es unter Umständen anbieten.

Fazit Regen:

Es sollte wirklich ein erfahrener Operateur in einem Zentrum machen.