Neue Antidiabetika

Arzneimittelbrief

Effekte von Liraglutid und SGLT2-Inhibitoren auf kardiovaskuläre und renale Folgeerkrankungen bei Typ-2-Diabetikern

Fazit: Das GLP1-Analogon Liraglutid und die SGLT2-Inhibitoren Empagliflozin und Canagliflozin reduzierten in mehrjährigen RCT bei Typ-2-Diabetikern mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko signifikant kardiovaskuläre Komplikationen um absolut 0,5% bis 1,6%. Liraglutid und – etwas deutlicher – Empagliflozin reduzierten zusätzlich das Fortschreiten einer Niereninsuffizienz um absolut 1,5% bis 6,1% in denselben Studien im Vergleich mit Standardtherapie-Kohorten. Diesen positiven Langzeitergebnissen stehen zahlreiche Nebenwirkungen ab Therapiebeginn gegenüber. Weitere klinische Studien sind erforderlich, um die zunächst geringen günstigen renalen Effekte zu bestätigen, denn das Wissen um die Klasseneffekte der GLP1-Analoga ist noch unzureichend.

Fazit:

Metformin bleibt das Mittel der ersten Wahl.
Liraglutid und Empagliflocin sind mögliche relevante Medikamente, weil erstmals echte Endpunkte untersucht wurden (Senkung der Mortalität) und keine HBA1c Reduktion (Surrogatparameter). Beide Medikamente sind sicher nicht für eine große Gruppe von Diabetikern relevant. Aber für bestimmte Zielgruppen sind sie offensichtlich doch eine evidenzbasierte Option.

Empagliflocin: Wenn ein hohes kardiovaskuläres Risiko besteht und keine Einstellbarkeit unter Metformin möglich ist, oder als add on Therapie ist es bei Patienten eine orale Option.

Liraglutid: Als add on Therapie (zusätzlich zu oralen Antidiabetica und/oder Basalinsulin) nur bei Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko, und bei eingeschränkter GFR bis >30ml/h.

Fazit Regen:

Bei stark übergewichtigen Patienten, bei denen man die insulinbedingte Gewichtszunahme verhindern will, wären diese Medikamente eine Option.
Lebensstilveränderungen sollten immer den Vorrang vor medikamentösen Therapien haben. Als Primärversorger haben wir hier einen sehr guten Zugang zum Patienten.