Schwere allergische Reaktion auf Flurbiprofen-Lutschtabletten (DOBENDAN DIREKT u.a.)

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Eine 78-Jährige mit multiplen Allergien unter anderem gegen Wespengift und Pollen sowie bekanntem allergischen Asthma lutscht im Rahmen der Selbstmedikation mehrere Tabletten des nichtsteroidalen Entzündungshemmers Flurbiprofen (DOBENDAN DIREKT u.a.), das hierzulande rezeptfrei zur symptomatischen Behandlung von Rachenschmerzen angeboten wird. In der Folge entwickelt sie eine schwere allergische Reaktion mit Luftnot und Quaddeln im Halsbereich. Hypertonie, Ohrgeräusche sowie Magenschmerzen und Durchfall kommen hinzu. Nach Absetzen bilden sich die Beschwerden innerhalb von drei Tagen zurück (NETZWERK-Bericht 17.797). 2018 warnte die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker vor Hypersensitivitätsreaktionen unter Flurbiprofen-Rachentherapeutika (a-t 2018; 49: 55). In Frankreich sind Flurbiprofen-Lutschtabletten seit Sommer 2019 nur noch auf Rezept erhältlich, vorrangig aufgrund potenzieller Wechselwirkungen beispielsweise bei Kombination mit oralen Antikoagulanzien wie Apixaban (ELIQUIS), die das Blutungsrisiko erhöhen kann (a-t 2019; 50: 114-5). Wir raten unverändert dringend vom Gebrauch von Flurbiprofen-Rachentherapeutika ab (siehe auch a-t 2020; 51: 10-1).

Fazit:

Laut DEGAM-Leitlinie sind lokale Antiseptika obsolet und kontraindiziert.