DMARD’s und Risiko für Herpes zoster bei rheumatoider Arthritis

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Risk of herpes zoster (shingles) in patients with rheumatoid arthritis under biologic, targeted synthetic and conventional synthetic DMARD treatment: data from the German RABBIT register

Redeker I. et al. Ann Rheum Dis. 2021 Jul 28. pii: annrheumdis-2021-220651. doi: 10.1136/annrheumdis-2021-220651. (Original study)

In einer Analyse der Daten aus dem deutschen RABBIT Register wurde ein Vergleich der Ereignis- und Inzidenzraten von Herpes zoster (HZ) bei Patienten mit rheumatoider Arthritis unter Behandlung mit konventionellen synthetischen (cs), zielgerichteten synthetischen (ts) oder biologischen (b) krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) durchgeführt.

Die Patienten wurden von 2007 bis 2020 prospektiv in die Studie aufgenommen. Die gemeldeten HZ-Ereignisse wurden laufenden Behandlungen oder solchen, die innerhalb eines Monats vor dem HZ-Ereignis beendet wurden, zugeordnet. Expositionsbereinigte Ereignisraten (EAERs) von HZ wurden pro 1000 Patientenjahre (py) berechnet und bereinigte (hazard ratio’s)) HRs mit 95%-KIs berechnet. Umgekehrte Wahrscheinlichkeitsgewichte (IPW) wurden verwendet, um eine Beeinflussung durch die Indikation auszuschließen.

Es wurden die Daten von 13 991 Patienten (62 958 Jahre) analysiert, wobei 559 HZ-Ereignisse bei 533 Patienten gemeldet wurden. Bereinigt um Alter, Geschlecht und Glukokortikoide und gewichtet mit dem IPW wiesen tsDMARDs (HR 3,66, 95 % KI 2,38 bis 5,63), monoklonale Anti-TNF-Antikörper (HR 1,63, 95 % KI 1,17 bis 2,28) und B-Zell-gerichtete Therapien (HR 1,57, 95 % KI 1,03 bis 2,40) ein signifikant höheres Risiko auf als csDMARDs. Die Studie belegt ein 3,6-fach erhöhtes Risiko für HZ unter tsDMARDs und ein erhöhtes Risiko für HZ unter bDMARDs im Vergleich zu csDMARDs.

Fazit: Die Stärke der Studie ist das grosse prospektive Register, das alle verfügbaren DMARD-Therapien bei RA umfasst und einen direkten Risikovergleich verschiedener Behandlungen innerhalb einer Kohorte ermöglicht. Bei Patienten mit einer HZ-Anamnese sind sicher JAK-Inhibitoren mit 3.6 – fach erhöhten Risiko mit Vorsicht einzusetzen.

Alter und Glukokortikoide wurden bereits früher als Risikofaktoren für HZ beschrieben und wurden in dieser Studie bestätigt. Die klare Dosisabhängigkeit mit einem 3,5-fach höheren Risiko bei Dosen über 10 mg sollte hier hervorgehoben werden. Im Hinblick auf eine Risikobewertung bezüglich Impfung legt dies nahe, dass insbesondere bei älteren Patienten mit höheren Glukokortikoiddosen und Patienten, für die eine tsDMARD-Therapie geplant ist, eine Impfung in Betracht gezogen werden sollte.

Fazit:

Der Anteil von Herpes-Zoster bei Rheumatikern ist so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung. Bei „JAK-Inhibitoren“ ist das Risiko noch mal höher. Die Impfung selber ist sehr effektiv. Wir sollten es unseren Patienten unabhängig von der Grunderkrankung auf jeden Fall empfehlen.

Fazit Regen:

Wir empfehlen wie vorgesehen bei chronisch Kranken ab 50 Jahren, bei allen anderen über 60 Jahren die hoch effektive Impfung.